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17 -  Das ist jetzt ein Text für Albanien Sie waren sehr gut! -  Seit ich hier bin, habe ich einmal pro Woche mit acht SchülerInnen und StudentInnen in einer Schreibwerkstatt an Texten zu Träumen gearbeitet. Solche aus der Nacht, die oft schwer sind, und solche aus dem Tag, die oft schön sind. Wir haben Schreibübungen gemacht, wir haben darüber gesprochen, warum uns manche Texte berühren, interessieren und andere eben nicht so. Auch über kleines Handwerkszeug beim Schreiben und ein bisschen über das Leben. Herausgekommen sind schöne kleine Texte, die wir gestern Abend bei TIRANA TIMES in der Peter Boghdani vorgestellt haben. Die Studenten haben gelesen. Ich habe moderiert. Ich war stolz.  Aber ich musste, in einer Zwischenrede, vielleicht auch ein bisschen Deutsch sein. Ich finde es nämlich unverschämt, wenn man zu einer Lesung kommt, aber nicht, weil man zuhören will, sondern womöglich, weil man sich sehen lassen oder mit mir einen Termin vereinbaren möchte. M...

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Tirana - 4 Die durchschnittliche Lebenerwartung in Deutschland ist 81,09 Jahre, die in Albanien 78,01. Ich habe das gerade nachgeschaut. Die Zahlen stammen für beide Länder aus dem Jahr 2015. Ich weiß auch nicht, wie ich drauf gekommen bin, mich dafür zu interessieren, aber möglicherweise deshalb, weil es ständig kein Wasser gibt in meinem Haus. Ich weiß schon, das klingt merkwürdig, aber stellen Sie sich mal vor, Sie gehen abends schlafen und haben kein Wasser zum Zähne putzen und stehen morgens auf und haben kein Wasser zum Zähneputzen. So ist das hier in meinem Haus nämlich. Ich erlebe das seit Montag, aber ich vermute, es geht schon länger so. Das Wasser in meinem Haus läuft ziemlich genau zwei Stunden lang, dann ist es wieder aus. In diesen zwei Stunden befülle ich inzwischen den Wasserkocher, eine große Plastikwanne und eine dicke Wasserflasche. Ich dusche, putze mir gründlich die Zähne und ich rege mich nicht auf. Ich rege mich auch in den restlichen zweiundzwanzig Stunden ...

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18 - Abschied, so: Es ist mein letzter Vormittag in Tirana, ich habe gepackt, alles steht bereit zur Abfahrt zum Flughafen. Es ist halb zwölf und ich bin meinen üblichen Weg zum Bazar gegangen und habe dabei der Frau im Lebensmittelgeschäft, die ich lieb gewonnen habe und deren Tochter in München studiert, eine albanische PAULA vorbeigebracht.  Und jetzt sitze ich im Cafe Noor, wo ich immer gerne war, und bin etwas wehmütig.  Keine Ahnung warum, aber Albanien eignet sich gut für Wehmut, für Melancholie und sowas. Vielleicht passt Wehmut besser in die albanische Unfertigkeit als in die deutsche Aufgeräumtheit.  Außerdem bin ich etwas verkatert. Was diese sentimentale Empfindlichkeit noch befördert. Ich konnte es gestern Abend nämlich nicht lassen, nach einem wunderbaren Abschieds-Essen, samt ausrechend Wein, mit meinen lieben Leuten, hier bei Fishop (Love!) noch in die Hemingway-Bar (Love!) zum Rum einzuladen. Ich habe seit drei Jahren keinen Rum mehr getrunk...